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Sprache und Sprachpolitik in Mexiko
Sprachsituation
Die offizielle
Amtssprache Mexikos ist das Spanische. Ferner gibt es über 50 autochthone Indiosprachen aus über 10 verschiedenen Sprachfamilien
(Die wichtigsten davon sind: Náhuatl: 24%, Maya: 13%, Mixteco: 7,2%). Die Gesamtzahl der indigenen Bevölkerung liegt in Mexiko bei ca. 8%, so dass die Sprecher indigener Sprachen weitaus in der Minderheit sind.
In größeren Hotels und Touristenzentren wird auch
Englisch gesprochen.
Sprachpolitik
Nach 500 Jahren Dominanz der spanischen Sprache in Mexiko und dem allgegenwärtigen Assimilationsdruck ist eine außergewöhnliche Widerstandskraft der indigenen Sprachen gegen die völlige Assimilation erkennbar.
Diese Resistenz wurde durch die Sprachpolitik der spanischen Krone sogar begünstigt. Einerseits galt hier die Durchsetzung des Spanischen in allen Bereichen als oberste Maxime, andererseits wurden die indigenen Sprachen von vielen Missionaren als Instrumente der Evangelisierung genutzt. Das Nahuatl entwickelte sich bis hin zur lingua franca und wurde 1570 vom spanischen König Felipe II zur offiziellen Sprache der Indios in Neu-Spanien deklariert. Seit 1770 galt allerdings als explizites Ziel der spanischen Krone, die indigenen Sprachen auszurotten.
Im Sinne der nationalen Einheit und der Integration von Minderheiten, steht seit 4 Jahrhunderten das Ziel, das Spanische zu verbreiten und allen beizubringen im Zentrum der Sprachpolitik Mexikos. Ab dem 20. Jh. wird der Sprachentod durch die flächendeckende Zunahme des Schulsystems, die andauernde Migration und die stetige Verbreitung der Massenmedien beschleunigt.
Heute schwankt die Maxime der mexikanischen Sprachpolitik zwischen weitestgehender Kastilisierung und stabilem Bilingualismus. Maßnahmen, um letzteren zu unterstützen, sind beispielsweise die Erlassung von diversen Gesetzen, wie zum Beispiel der ley general de derechos linguisticos (2003), welches die offizielle Anerkennung der indigenen Sprachen und deren Gleichberechtigung mit dem Spanischen proklamiert. Das Ziel, die Kastilisierung voranzutreiben, ohne dabei einen Identitätsverlust zu erleiden, erfordert Lösungswege, die den Gebrauch der indigenen Sprachen fördern und die indigenen Sprachen als Unterrichtssprachen und Schriftsprachen in der Indianergebieten etablieren und gleichzeitig das Spanische verbreiten. Erste Schritte sieht diesbezüglich das ley general de derechos linguisticos mit der Gründung des Instituto Nacional de Lenguas Indígenas vor. Dieses Institut hat sich die Stärkung, Bewahrung und Entwicklung der indigenen Sprachen zum Ziel erklärt.
Trotz dieser Maßnahmen und aller Loyalität zur Primärsprache wird das Spanische als Instrument sozialer Mobilität, Mittel zum Zugang zu Märkten von der Mehrheit der Mexikaner favorisiert.
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