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Musik und Nachtleben in Mexiko



Mariachi
Mariachi ist der Oberbegriff für eine Vielzahl von traditionellen regionalen Musikstilen: dem Son Jaliscense, der Canción Ranchera, dem Corrido, Huapango (oder Son Huasteco), Bolero und Son Jarocho. Als Instrumente werden vor allem Gitarren, Vihuela, Gitarrón und Trompeten eingesetzt. Durch die Kombination von Trompete und Saiteninstrumenten entsteht der unverwechselbare Mariachi-Klang, der neben dem Wechsel von Solo und mehrstimmigem Gesang kennzeichnend für die Mariachi-Musik ist.

Die  Bezeichnung Mariachi ist ein Wort aus einer Variante des Nahuatl und hat ihren Ursprung in einem  traditionellen Tanz der indigenen Bevölkerung an der Küste von Nayarit, die als Wiege des Mariachi angesehen wird. In dieser Region soll es zu Beginn des 19. Jh. auch mehrere Siedlungen mit dem Namen Mariachi gegeben haben.

Nach der mexikanischen Revolution und dem Einsetzen der Urbanisierung gelangte die Musik auch in die Städte, wo die Mariachi-Gruppen für Geld als Straßenmusiker auftraten. Mit dem Aufkommen des Kinos und der Schallplattenindustrie in den 30er und 40er Jahren des 20. Jh. entwickelten sich die Mariachi-Musiker durch die Wahl einer einheitlichen Tracht zu einem Nationalsymbol. Sie kleideten sich nun nach  Art eines wohlhabenden Haciendero des 19. Jh. mit Cowboystiefeln, engen Hosen mit Stickereien oder Silberbeschlägen, bunten, westenförmigen Jacken und spitzen Cowboystiefeln.

Noch heute ist die Musik vor allem im mexikanischen Hochland ein Teil der Volkskultur. Mariachi spielen zu allen wichtigen Feiern wie Taufe, Hochzeit, zum Muttertag oder bei Einweihungen öffentlicher Gebäude. Auch bei kirchlichen Prozessionen und Messen ist die Musik der Mariachi präsent.   


Folklore
Neben den traditionellen Tänzen und der Mariachimusik, gibt es in Mexiko eine Vielzahl von volkstümlichen Festen und Bräuchen. In keinem anderen Land vergnügen sich die Menschen an so vielen Festtagen und folkloristischen Feiern wie in Mexiko. 5000 Veranstaltungen sollen es jährlich sein. An solchen Tagen wird ausgiebig getanzt, gegessen und getrunken. Kein Wunder, dass die Fiestas vor allem bei den unteren Bevölkerungsschichten sehr beliebt sind. 


Maná
Die mexikanische Band Maná vereint in ihrer Musik Elemente aus Hard Rock, Reggae, Ska und Mariachi. 1970 ursprünglich unter dem Namen Sombrero Verde gegründet, wurde die Gruppe Anfang der 80er Jahre neu organisiert. Der neue Name Maná steht für Kraft, Macht und Respekt und wurde sowohl von dem biblischen Maná als auch durch das polynesische Wort Maná beeinflusst.

Nach mehrfacher Umbesetzung sind derzeit folgende Mitglieder in der Band: Fernando „Fher“ Olvera (Gesang), Juán Diego Carerras (Bass), Sergio Vallín (Giatrre) und Alex González (Schlagzeug).

Ihren ersten großen Erfolg verbuchte Maná 1990 mit dem Album Falta Amor. Nach weiteren Erfolgen erschien  fünf Jahre später das Album Cuando los Ángeles lloran in Erinnerung an den ermordeten Arbeitsrechtler und Umweltschützer Chico Mendes. Maná gründete bald darauf die Umweltstiftung Selva Negra.

Seit dem Hit Corazón Espinado, komponiert von Fher Olvera, der im Rahmen einer Zusammenarbeit mit Carlos Santana entstand, ist Maná auch in Europa, Asien und dem mittleren Osten bekannt.  


Traditionelle Tänze

Traditionelle prähispanische Tänze nennt man in Mexiko danzas. Sie sind von den bailes, den aus Europa stammenden Gesellschaftstänzen zu unterscheiden.

Die danzas sind eng mit der Musik indígena verbunden und werden in besonderen Kostümen vorgeführt. Häufig schmücken sich die Tänzer mit Masken. Ein Beispiel dafür ist der Danza del Venado (Hirschtanz) und der Danza del Quetzal der Nahua aus dem Bundesstaat Puebla. Bei diesem Tanz tragen die Tänzer ein großes Rad aus bunten Federn auf dem Kopf. Mit langen Federn schmücken auch die Conchero-Tänzer ihre Häupter. Um ihre Fußknöchel tragen sie  Muschel-Ketten und erzeugen beim Stampfen der Füße ein rhythmisches Rasseln. Beim  Danza de los Viejitos verwandeln sich die Tänzer in alte Männer: Sie tragen Masken mit den Gesichtern alter Männer und gehe humpelnd an Gehstöcken.

Aus den durch die spanischen Eroberer eingeführten Gesellschaftstänzen u. a. habanera und bolero hat sich eine Art von bailes folklóricos entwickelt. Den jarabe tapatío kann man wohl als den mexikanischsten unter diesen Tänzen ansehen. Bei diesem Tanz schwingen die Tänzerinnen ihre weiten Plissee-Röcke während die Männer im „Charro-Kostüm“ um ihre Partnerin hüpfen und steppen. Der ungleichförmige Takt hat seinen Ursprung möglicherweise in einem Tanz der Huicholes, mit dem Namen El Guajolote (Truthahn). Bei diesem Tanz umwirbt das Männchen tänzelnd das Weibchen.

 

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